Zen, ein Weg der schweigenden Versenkung, stammt aus dem Zen-Buddhismus, ist aber keine Religion, sondern steht allen Menschen offen, unabhängig von Herkunft, Religion und Weltanschauung.
Wie wirkt Zen?
Zazen, die Übung des schweigenden Sitzens im Zen,
Wie übt man Zen?
Zen übt man im stillen Sitzen (jap. Zazen) und achtsamen Gehen (jap. Kinhin). Die Aufmerksamkeit wird dabei nach innen gelenkt. Der/die Übende versenkt sich in das Sitzen (jap. Shikantaza), den
eigenen Atem, das Zählen der Atemzüge oder ein Koan (nur für Zen-Schüler).
Die beste Wirkung entfaltet die Zen-Übung bei täglichem Sitzen allein zu Hause und regelmäßigem Sitzen in der Gruppe im Rahmen von Zazenkai (gemeinsames Üben für eine oder mehrere Stunden) oder
Sesshin (mehrtägiger Zen-Meditations-Kurs).
Zen-Unterweisung erhält man beim Einzelgespräch (jap. Dokusan) und bei Ansprachen (jap. Teisho) des/der Zen-Lehrer/in.
Wer kann Zen üben?
Die Zen-Übung liegt in der menschlichen Natur begründet. Zazen kann prinzipiell von jedem Menschen mit Gewinn geübt werden. Alle Motive für die Übung sind willkommen. Zen ist keine Religion und
erfordert kein religiöses Bekenntnis, kann aber bei entsprechendem Motiv zur Tiefe der eigenen Religion führen: „Christen, die Zazen üben, werden bessere Christen. Muslime werden bessere
Muslime.“ (Yamada Kôun Roshi)
Wer Zazen zur Förderung von Gesundheit, Kreativität und Achtsamkeit im Alltag übt, kann dies auch ohne regelmäßige Anleitung durch eine/n Zen-Lehrer/in tun. Bei Menschen, die Kensho,
Selbst-Wesensschau, anstreben, ist es ratsam, sich eine/n kompetente/n Zen-Lehrer/in zu suchen und Zen-Schüler/in zu werden.
Eine gewisse Einschränkung für die Zen-Übung gibt es bei schwer psychisch erkrankten Menschen. In einem solchen Falle sollte Zazen nicht oder nur in modifizierter Weise mit fachärztlicher
Begleitung geübt werden.